Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
Mitglieder des Gemeinderats,
Mitarbeitende der Verwaltung,
Und liebe Zuhörenden,
Wir freuen uns, wie immer, über die Möglichkeit mit Ihnen über unser Konzept sprechen zu können und es für ein noch größeres Publikum erreichbar zu machen.
Mit vielen von Euch, von Ihnen haben wir ja schon direkt reden und viele Fragen behandeln können. Heute also nochmal eine kurze Zusammenfassung.
Denn: Unser Konzept hat sich tatsächlich nicht geändert in den letzten 6 Monaten.
In den unzähligen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, Expertinnen und Experten, haben wir immer wieder gehört, dass das, was wir da vorhaben, die perfekte Nutzung für dieses denkmalgeschützte Ensemble ist. Als die Eheleute Zaller vor 25 Jahren die Gemeinde in ihrem Testament mit den Huber Häusern bedachten, geschah dies im Interesse des Allgemeinwohls. Was unser Konzept zu 100% ehrt.
Die 3000m², die in ihrer historisch gewachsenen Struktur erhaltenswert sind, bieten sich wie kaum eine andere Liegenschaft für eine Mischnutzung aus Gewerbe, Wohnen, Kultur und Bildung an. Die zahlreichen Aspekte unserer angestrebten Nutzung, konnten Sie in unserem Konzept und dem kurz zusammengefassten Flyer entnehmen, deshalb gehe ich hier nicht zu sehr ins Detail.
Nur so viel: Wir haben mit allen erwähnten Nutzern gesprochen. Der Bedarf und das Interesse sind groß. Wir erwarten nicht nur eine komplette Auslastung des fertigen Gebäudes, sondern auch eine lebendige Zwischennutzung, soweit die Sicherheit dies erlaubt. Unser Ansatz viele gemeindliche Einrichtungen in diesem zentrumsnahen Ort zusammenzuführen, ist nicht nur bei den jeweiligen Betreibern auf viel Interesse gestoßen. Die so frei werdenden Liegenschaften könnten anderweitig genutzt oder Mietausgaben der Gemeinde reduziert werden.
Von den Rückmeldungen der eventuellen Nutzenden, sowie Bürgerinnen und Bürgern, fühlen wir uns bestärkt wie nie, dass Dießen unser Konzept braucht und will. Denn: Die Dießenerinnen und Dießener wollen die Huber-Häuser nutzen. Das Interesse ist überwältigend, von Vereinen, Privatpersonen, Gewerbe. Alle wollen den Ort gemeinsam nutzen.
Und: Sie wollen ihn behalten. Eine Privatisierung wird kritisch gesehen: Warum nicht Erbe undvorangegangene Gemeinderatsbeschlüsse ehren und den Besitz in öffentlicher Hand belassen? Wer garantiert, dass Investoren im Interesse der Gemeinschaft handeln? Und selbst ein Vorkaufsrecht würde bedeuten, dass die Marktgemeinde in 20 Jahren ein Gebäude zurückkaufen könnte, dass dann das 10-fache Wert ist. Geht diese Rechnung auf?
Die Dießener lieben ihr kulturelles Erbe.
Das sehen wir im Trachtenverein, genauso wie in den Münsterkonzerten oder dem Töpfermarkt. Dießener scheuen keinen Tag des Jahres davor zurück Verantwortung für ihre Gemeinde und ihr kulturelles Erbe zu übernehmen.
Aber was sie nicht lieben, ist der derzeitige Zustand der Huber Häuser. Selbst wenn es Leute gab, die nicht wussten, wie sie heißen, die heruntergekommenen Häuser, die so gar nicht ins Ortsbild passen, kennen selbst gelegentliche Besucher. Wie groß ist da die Freude über die Aussicht, dass die Häuser nicht nur wieder hergerichtet werden, sondern auch geöffnet werden sollen. Für jede und jeden.
Das zeigt auch unser immer weiter wachsendes Netzwerk an Unterstützenden Vereinen, Initiativen, Institutionen und Gewerben. Der Wille und die Begeisterung sind da in Dießen. Diesem können wir mit den Huber Häusern gerecht werden.
Aber wie bezahlen wir das ganze?
Nun, auch hier hat sich unser Konzept seit März nicht geändert. Wir waren bei Kongressen und haben ähnliche Projekte besucht. Wir haben uns mit Geldgebern und staatlichen Behörden ausgetauscht und sind nach wie vor überzeugt:
Dies ist ein Projekt mit überregionaler Bedeutung. Natürlich würde die Lebensqualität der Dießenerinnen steigen, aber auch über Dießen hinaus hat die Erhaltung und Belebung der Huber Häuser eine Strahlwirkung. Deshalb ist es Wert öffentliche Gelder in die Hand zu nehmen und sie in ein solches Gemeinnütziges Projekt zu investieren.
Und auch noch viel bestärkter sind wir in dem Wissen, dass die Dießenerinnen und Dießener das Projekt finanziell unterstützen wollen. Bereits jetzt liegen uns umfangreiche Angebote an zinsfreien Darlehnen und Spenden vor, sowie Interessenbekundungen für Genossenschaftsanteile.
Der verbleibende Eigenanteil der Gemeinde liegt dabei bei geschätzten 1 bis 2 Millionen. Je nachdem wie hoch die Fördergelder angesetzt werden und wie viel der Bau letzten Endes kosten wird. 1-2 Millionen für 3.000m² Nutzfläche, die 100% der Gemeinde zugutekommen.
Natürlich könnte man den privaten Anteil der Finanzierung erhöhen. ZB in Form von Genossenschaftseinlagen oder Investorenmodellen. Aber nur mit einem möglichst hohen Förderanteil wird sichergestellt, dass die Mieten für alle langfristig, erschwinglich bleiben.
Deshalb ist es ja so passend, dass ein Angebot der Städtebauförderung für die Huber Häuser bereits besteht. In Gesprächen mit mehreren Geldgebern wurde uns immer wieder bestätigt, dass wir uns mit diesem Umfang und Art des Projekts für einen Runden Tisch der Fördergeldgeber qualifizieren. Was also nicht direkt aus einem der Töpfe der Städtebauförderung kommt, kann teilweise durch andere Töpfe gedeckt werden, wie der Stiftung Denkmalschutz u.Ä.
In unseren Gesprächen haben wir gehört, dass Förderungen bei einigen in Dießen einen schlechten Ruf haben. Dass man sich auf zugesagte Fördersummen aber verlassen kann, ist uns von mehreren Seiten, staatlich sowie aus der freien Wirtschaft, immer wieder bestätigt worden.
Und dann haben wir dieses Projekt also gemeinsam mit Genossenschaft, Verein, Gemeinde, sowie privaten und staatlichen Geldgebern gestemmt, und dann?
Zahlt die Gemeinschaft immer weiter? Nein.
Wie bereits erwähnt, die Förderungen der Baukosten, ermöglichen es uns den Betrieb der Häuser so gemeinnützig wie möglich zu gestalten. Dadurch, dass keine privaten finanziellen Interessen bedient werden müssen, und gemeinnütziges, sowie genossenschaftliches Bauen gefördert aber auch gefordert wird, werden langfristig nur geringe Tilgungen von Krediten und Ausschüttungen nötig.
Die Gemeinnützigkeit ist also nicht nur Voraussetzung für die Förderbarkeit des Projekts, sondern auch in der DNA unseres Konzepts. Die Mieten und Nutzungsgebühren für die Dießenerinnen und Dießener sind so gering wie möglich angesetzt, um gleichzeitig eine verlässliche Verwaltung der Liegenschaft sicherzustellen.
Im laufenden Betrieb entstehen also keine Mehrkosten für die Gemeinde. Im Gegenteil: Durch das Einsparen bei anderen Liegenschaften sowie dem Wegfallen der 5 bis 6 stelligen Unterhaltskosten der Huber Häuser würde die Gemeinde sogar sparen können.
Die Genossenschaft soll als Erbpächterin die Gebäude verwalten. Dabei stellen professionelle Genossenschaftsstrukturen und Angestellte eine wertebasierte Verwaltung sicher. Die lokalen Interessen können so fair berücksichtigt werden und die örtliche Verbundenheit der Genossenschaft stellt sicher, dass die Räumlichkeiten langfristig ausgelastet sind. Durch die großzügige jährliche Rücklage, die unser Vorschlag vorsieht, werden zukünftige Sanierungen finanziert und das Gebäude nachhaltig erhalten.
Über die Vorzüge der Genossenschaft haben wir auch an dieser Stelle im Juni schon einiges gehört. Deshalb freue ich mich, dass der Heimatunternehmer Christian Skrotzki auch heute wieder bei uns sein kann.
Der Vortrag wurde von Anni Sander für die Kulturwerkstatt im Zuge der Sondersitzung des Marktgemeinderats am Mittwoch, den 24. September 2025, in der Carl-Orff-Schule gehalten.
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